„Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ – ein Projekt mit dem Umweltbundesamt

Dieses Modellprojekt zur Unterstützung nachhaltiger, ländlicher Entwicklung wird gefördert durch das Umweltbundesamt.

Wenn Sie sich heute die Frage stellen würden, wie Ihr Dorf im Jahr 2030 oder 2050 aussehen soll, welche Bilder tauchen dann auf? Das Projekt „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ will dazu anregen und darin unterstützen, wieder eine positive Vision für das Leben auf dem Dorf zu entwickeln und bietet für deren Umsetzung professionelle Begleitung. Themen, welche im Rahmen des Projektes bewegt werden, sind u.a.:

  • die Wiedergewinnung einer lebendigen Dorfgemeinschaft – auch durch den Zuzug junger Menschen und Alternativen zum demografischen Wandel,
  • die Schaffung einer attraktiven sozial-kulturellen Infrastruktur, welche auch wieder ein Zusammenleben der Generationen und würdevolles Altern im Dorf befördert,
  • die Stärkung lokaler und regionaler Wirtschaftskreisläufe mit dem Effekt von mehr Beschäftigung vor Ort,
  • die Schaffung weitgehend autarker, ökologischer und kostengünstiger Lösungen für essentielle Lebensbereiche wie Energie-Gewinnung und Mobilität,
  • die Entwicklung einer zukunftsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft – u.a. mit kleinbäuerlichen Strukturen und lokaler „Fair“marktung sowie
  • das Aufgreifen ortstypischer Besonderheiten und Traditionen und deren zeitgemäße Wiederbelebung und Einbettung in ein Dorfkonzept mit Strahlkraft.

Im Rahmen des vom Umweltbundesamt geförderten Projekts kooperieren von April 2017 bis September 2018 fünf Mitgliedsgemeinschaften von GEN Deutschland mit fünf aus deren Region ausgewählten Dörfern, um ihre Inspirationskraft und die Übertragbarkeit ihrer Lösungen in allen vier Dimensionen der Nachhaltigkeit – der ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen – für die nachhaltige Entwicklung bestehender Dörfer und Regionen zu erforschen.

Die gemeinsame Kooperation für eine zukunftsfähige Dorfentwicklung soll es ermöglichen, übertragbare Erfahrungen zu sammeln und ein methodisches Vorgehen zu entwickeln, von dem letztlich zahlreiche weitere ländliche Gemeinden in vergleichbarer Situation Inspiration und Ermutigung erhalten können. Die BewohnerInnen der Dörfer werden darin unterstützt,

  • sich gemeinsam ihre Ausgangslage bewusst zu machen und den jeweiligen Entwicklungsstand in wichtigen Lebensbereichen zu reflektieren,
  • ihre Chancen und Potenziale zu erkennen,
  • in einem guten, konstruktiven Miteinander ihre Vision von einer zukunftsfähigen Umgestaltung ihres Dorfes zu entwickeln,
  • einen Nachhaltigkeits-Plan für ihre Gemeinde zu erarbeiten, welcher konkrete Ziele, Handlungsfelder und -schritte für die künftige Dorfentwicklung beschreibt,
  • sich ein regionales UnterstützerInnen-Netzwerk aufzubauen für den Erfahrungsaustausch.

Das Projekt hat zwei Projektphasen. In Phase 1 findet eine Analyse und Evaluation der gegenwärtigen Situation in den Dörfern bezüglich der vier Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökonomie, Ökologie, Soziales, Kultur) statt. In der 2. Projektphase werden für die begleiteten Dörfer und Regionen gemeinsame Absichten und konkrete Projekt-Umsetzungspläne erarbeitet. Dies geschieht in einem Nachhaltigkeits-Plan unter Einbeziehung lokaler AkteurInnen und regionaler PartnerInnen.

Zu den beteiligten Gemeinschaften unseres Netzwerks gehören:

  • das Ökodorf Sieben Linden in Partnerschaft mit der Region Lindstedt (Sachsen-Anhalt),
  • der Lebensgarten Steyerberg in Partnerschaft mit dem Dorf Flegessen (Niedersachsen),
  • die gAstwerke Escherode in Partnerschaft mit der Gemeinde Ziegenhagen (ebenfalls Niedersachsen),
  • die Lebensgemeinschaft auf Schloss Tonndorf und das Lebensgut Cobstädt in Partnerschaft mit dem Dorf Haina (Thüringen) sowie
  • die Gemeinschaft Schloss Tempelhof mit der Gemeinde Hülen (Baden-Würtemberg)

Das nächste Treffen zwischen Gemeinschaften und beteiligten Dörfern findet im November in der Gemeinschaft Sieben Linden statt. Weitere Informationen zu diesem Projekt findet ihr auf unserer eigenen Projektseite.

Wir laden euch herzlich ein, an unserer Abschluss-Konferenz im Sommer 2018 teilzunehmen. Dort werden die Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt und die Lösungsansätze bzw. die Wirksamkeit solcher Kooperationsprojekte für eine zukunftsfähige Regional- und Dorfentwicklung reflektiert. Genauere Informationen zur Veranstaltung werden auf der Projektwebsite bekannt gegeben.

Ansprechpartner aus dem Projektleitungsteam:
Christoph Strünke, Thomas Meier, Stella Veciana
Sieben Linden 1, 38489 Beetzendorf OT Poppau
Tel: 039000-901296, E-Mail: uba@gen-deutschland.de

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