Autorin: Stefanie Raysz

Corona bringt Stillstand in vielen Bereichen des Lebens. Wir, Simone Britsch aus Sieben Linden und Stefanie Raysz aus Schloss Tempelhof, waren Ende 2020 ziemlich frustriert ob der Pause in der Bildungslandschaft. Gerne wollten wir weiterhin am Wandel interessierte Menschen an die Lernorte für morGEN einladen. Als Macherinnen des Internetportals „Lernorte für morGEN“ für nachhaltige Bildungs- und Veranstaltungsformate aus Orten und Dörfern des Wandels, kam uns die Idee: Eine Online-Reise zu 16 zukunftsorientierten Orten und Menschen in die „Welt des Wandels“ – eine Bildungsreise mitten in der Krise.

„Da draußen gibt es bereits Dörfer, Gemeinschaften und Siedlungsprojekte, die Alternativen aufzeigen. In der aktuellen Zukunftsunsicherheit und Immobilität sollten wir konkrete Alternativen für nachhaltiges Leben aufzeigen“, so Simone Britsch. „Wir haben in Zeiten, in denen wir uns nicht treffen können, eine Möglichkeit des Teilnehmens an zukunftsfähigen Lebensweisen gefunden und konnten viele Fragen der Menschen beantworten“, freut sich Stefanie Raysz über den Erfolg der Bildungsplattform. Gemeinsam mit Simone Britsch moderierte sie live die Online-Gesprächsrunden und sorgte für Aha-Erlebnisse bei den 1200 angemeldeten Teilnehmer*innen. Unter den Angemeldeten waren über 150 Vertreter*innen verschiedener Organisationen.

Eine schönere Welt kann entstehen

In den 75-Minuten-Gesprächen galt: „Walk your talk“ – direkt und authentisch, aus der Schatzkiste der Erfahrungen mit diesem Lebensmotto, berichteten Referent*innen aus 16 Lernorten. Gemeinsam mit den Zuschauer*innen tauchten sie ein in neue gelebte Ansätze aus der Gemeinwohlökonomie, in generationsübergreifendes Wohnen, alternatives Bauen, in solidarische Landwirtschaft, freie Bildung, gemeinsame Ökonomie, Gemeinschaftsbildung, basisdemokratische Entscheidungsprozesse und nachhaltige Regionalentwicklung. Auch die Wunder und Kreisläufe der Natur, die Arbeit mit Pflanzenklärsystemen, Photovoltaik und Kompostklos sowie urban gardening kamen zur Sprache. Gemeinsam erörterten die Gesprächspartner*innen das Potenzial nachhaltiger und suffizienter Verhaltensweisen in den Lernorten. Wie sieht das Gemeinschaftsleben aus, wie werden dort Entscheidungen getroffen? Wie wird gewohnt? Wie laufen Abstimmungen ab? Gibt es Energiekonzepte? waren häufig im Chat gestellte und gerne beantwortete Fragen an die Gesprächspartner*innen. Anekdoten aus der lokalen Situation und unermüdliche Erzählungen zu schweißtreibenden Arbeitseinsätzen, der Reichtum an freiwilliger und kreativer Arbeit vor Ort – unter den Zuschauer*innen es gab viele Minuten des Staunens, des Nachdenklichseins, der Dankbarkeit und der Bewunderung der Akteure.

Auch die „schönsten Fehler“ kamen zur Sprache, denn Lernen ist das tägliche Brot im Neuland der Lernorte. Allen vorgestellten (Öko)Dörfern gemein ist die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Bildung.
„Wir haben die Vielfalt der Ökodörfer und Siedlungen im Wandelprozess gezeigt und Mut gemacht, die vorgestellten Lernorte zu besuchen, sobald Reisen wieder möglich ist. Denn so ein erster kurzer Live-Talk ist sicher für viele der Beginn einer vertiefenden Auseinandersetzung“, meinen die beiden Organisator*innen.

Jede der Einheiten zeigte konkrete Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, besondere Aktionen und Seminare sowie Führungen im Bereich BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung). Lebhaft dargeboten durch Gespräch, Bilder und Video, erreichten diese Sessions Entscheider*innen und Lehrer*innen aus der Kinder- und Erwachsenenbildung, Regionalentwickler*innen, Dorf-begleiter*innen sowie Hochschulen und Institute, Vereine und Naturschutzgruppen.

Mit dabei waren als Lernorte Schloss Tempelhof, Schloss Blumenthal, Ökodorf Sieben Linden, Wangelin und Wangeliner Garten, der Lernort Lebendige Landwirtschaft Hof Luna, die gASTWERKe-Akademie, ufaFabrik Berlin ökologische Kulturoase, Nirgendwo Berlin Umwelt – und Kulturort, Raddusch Spreeakademie, das K20 Projekthaus, Klein Jasedow Zukunftswerk, Lebenslernort Sonnenwald, das ZEGG Zentrum für experimentelle Gesellschaftsgestaltung, das Dorf Heckenbeck, das Lebensgut Cobstädt und die Lebensgemeinschaft Schloss Tonndorf.

Alle Veranstaltungen der Live Online-Woche waren dank einer Förderung durch das Umweltbundesamt kostenlos.
Der Erfolg, die vielen wertschätzenden Kommentare und die hohe Nachfrage nach Antworten zu alternativem Leben, machen uns Betreiber*innen des Portals Mut und motivieren, eine Fortsetzung dieser Reihe für die zweite Jahreshälfte zu planen.

Informationen und Presse:

Kontakt über Simone Britsch, Projektkoordination:
lernorte@gen-deutschland.de

Pressekontakt über Stefanie Raysz:
stefanie.raysz@gen-deutschland.de

IT-Unterstützung der Webinarreihe: Felix Wolfsteller

Mehr Informationen zur Bildungsplattform unter:

lernorte.gen-deutschland.de/

„Lernorte für morGEN“ ist ein Projekt des Ökodorfnetzwerkes GEN Deutschland e. V. (Global Ecovillage Network) und des Umweltbundesamts. Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

Projektinitiator:
GEN Deutschland – Netzwerk der Gemeinschaften e. V.