Leben in zukunftsfähigen Dörfern I+II

Lernorte für morGEN

Ein Projekt von GEN Deutschland

Vorhaben

Das vom Umweltbundesamt geförderte und von GEN Deutschland durchgeführte Projekt „Leben in zukunftsfähigen Dörfern“ hat zwei Phasen. Der erste Projektabschnitt ging von 2017-2018, der zweite startete im Mai 2019 und dauert an bis Februar 2021. Die Inhalte und Schwerpunkte:

Projektphase I

2017-2018 gingen fünf Dorftandems aus je einem Ökodorf und einem gewachsenen, traditionellen Dorf, an den Start. Mit der Begleitung aus den Ökodörfern, tüftelten Bürger*innen über zwei Jahre lang an möglichen Zukunftsbildern des Dorfes, kreierten Denkräume, fragten nach Lösungen, suchten und fanden Antworten.

In aufeinander aufbauenden Projektmodulen lernten die Bewohner*innen der Dörfer

  • die Ausgangslage ihres Dorfes zu reflektieren und den jeweiligen Entwicklungsstand in wichtigen Lebensbereichen, z.B. in punkto Abwanderung, Überalterung, Leerstand, Mangel an Beschäftigung einzuschätzen,
  • ihre dörflichen Chancen und Potentiale kennen – z.B. im gemeindeeigenen Landbesitz, in günstig verfügbaren Höfen und Wohnmöglichkeiten, in den Lebenserfahrungen der Dorfbevölkerung,
  • in einem guten, konstruktiven Miteinander ihre Vision von einer zukunftsfähigen Umgestaltung ihres Dorfes zu entwickeln,
  • einen Nachhaltigkeitsplan für ihre Gemeinde zu erarbeiten mit konkreten Zielen, Handlungsfeldern und -schritten für die künftige Dorfentwicklung,
  • ein regionales Unterstützer*innen-Netzwerk aufzubauen für den Erfahrungsaustausch.

Die Menschen wurden ermutigt und unterstützt, eigene Lösungsansätze zu entwickeln zu den Fragen, die ihr Dorf am meisten bewegten. In den Workshops standen ihnen jahrzehntelang und weltweit gesammelte Erfahrungen zu ganzheitlichen Lebensstilen der Ökodörfer zur Verfügung. Dazu gehörten die Praxis der Nachhaltigkeitsevaluation, ein Nachhaltigkeitsplan und ein eigens für das Projekt entwickelter „Methodenkoffer“, der sich am „Community Learning Incubating Program for Sustainability“ (CLIPS – gemeinschaftsbildende Methoden, die im GEN-Netzwerk angewendet werden) anlehnt.

Die Ergebnisse waren vielfältig, aus den Nachhaltigkeitsbewertungen der Dörfer (Flegessen, Hülen, Lindstedt, Seebergen, Ziegenhagen) entstanden Aktionspläne und konkrete Projekte vor Ort wurden realisiert, wie z.B. der Aufbau der „Arbeitsgemeinschaft Nachhaltiges Ziegenhagen“, die Wiederbelebung einer Streuobstwiese, der Bau einer „Mitfahrbank“ und die Erweiterung eines Regionalladens.

Flyer 2017

Projektphase II

In der ersten Projektphase wurde deutlich, wie sehr die flächendeckende Eingemeindung von Dörfern die dörfliche Selbstverwaltung geschwächt hat und dass die bisherigen Beteiligungsformate, wie z. B. Bürgersprechstunden und sporadische Bürgerversammlungen, nicht ausreichend sind. Vielerorts werden integrative Bürgerworkshops und eine kontinuierliche Zusammenarbeit und gemeinsames Handeln gewünscht. Passende Formate vorausgesetzt, gibt es viele gelingende Beispiele von Bürger*innen, sich für nachhaltige Alternativen zu engagieren und wieder aktiv in der Dorfgestaltung mitzuwirken. Daher hat die Unterstützung der Selbstorganisation der gewachsenen Dörfer eine besondere Relevanz in der Projektphase II.

Flyer 2019

Flyer „Eine neue Erde“

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Mittelbereitstellung erfolgt auf Beschluss des Deutschen Bundestages.

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