Arbeitskreise in GEN Deutschland

Arbeitskreis Ökologie

Einen neuen Umgang mit unserer Umwelt in allen Aspekten zu finden steht im Kern vieler Gemeinschaften und Ökodörfer. Diese Haltung findet in der ökologischen Dimension der Nachhaltigkeit seinen Ausdruck. Grundsätzlich versuchen Ökodörfer den Zugang zu Lebensmitteln, Unterkunft, Wasser und Energie auf eine Art und Weise zu gestalten, die die natürlichen Kreisläufe der Natur respektiert. Die Menschen streben an, sich in den Einklang mit der Natur zu bringen. Biodiversität soll gesteigert und Ökosysteme regeneriert werden. Alle Menschen sollten die Möglichkeit haben, ihre Wechselbeziehungen mit den Kreisläufen der Natur auf direkte und alltägliche Weise zu erfahren.

Die Spannweite der ökologischen Arbeitsfelder in Gemeinschaften ist vielfältig: Sie reicht von bio-organischem Gemüseanbau und solidarischen Landwirtschaftsbetrieben über Regenerierung von Ökosystemen und Bodenaufbau. Dazu gehört auch die Einrichtung von ressourcenschonender Mobilität, der Einsatz von innovativen Wassernutzungssystemen und erneuerbarer Energieversorgung. Selbst die Entwicklung von nachhaltigen, innovativen Bauweisen ist auf der Agenda. Die gemeinschaftliche Lebensform an sich bietet viel Potenzial für suffiziente Verhaltensweisen im Alltag.

Arbeitskreis Ökonomie

Die ökonomische Dimension ist eine der vier wichtigen Aspekte für die Transformation zu einer nachhaltigen Lebensweise. Ökodörfer streben danach, eigene ökonomische Wirtschaftsweise und -systeme aufzubauen. Sie leisten einen Beitrag zur Ressourcenteilung, gegenseitiger Unterstützung und Stärkung lokaler Wirtschaftskreisläufe und Netzwerke, die den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung und Ökosystemen dienen. Die meisten Gemeinschaften arbeiten aktiv und auf unterschiedlichste Weise daran, nachhaltige Alternativen zum aktuellen Wirtschafts- und Geldsystem zu etablieren. Eine holistische Sicht zu Wohlstand und Fortschritt ist Ziel der Besinnung auf Denkmodelle, die alle Aspekte des Lebens beinhalten. Konzepte für Teil-/ oder Schenkökonomie, soziales Unternehmertum, Tauschsysteme und kollaborative Formen von Eigentum sind wesentliche Grundwerte von vielen Gemeinschaften.

Der Arbeitskreis (AK) Ökonomie wurde 2017 innerhalb von GEN Deutschland ins Leben gerufen. Er sieht seine Aufgabe vorrangig darin, die ökonomischen Gestaltungskompetenzen der GEN Gemeinschaften weiter zu entwickeln. Ein Anliegen ist auch die Bildungsarbeit, um mehr Klarheit und Bewusstsein über wirtschaftliche Zusammenhänge herzustellen.

Bei den GEN Treffen zeigt sich immer wieder, dass Alterssicherung in vielen der Gemeinschaften ein wichtiges Thema ist. Hier steckt viel Bedarf an Austausch und Aktion, so dass sich der AK vornehmlich mit Vor- und Fürsorgesystemen im Alter für (Mitglieder von) Gemeinschaften befassen und versuchen wird, Konzepte dafür zu entwickeln. Welchen weiteren Themen und Fragestellungen sich der Arbeitskreis perspektivisch annehmen wird, ist offen und liegt bei den Mitgliedern.

Arbeitskreis Soziales

Kommunikationswerkzeuge, Soziokratische Wahlen, offene Plenen, Patenschaften, Generationsübergreifendes Wohnen… die Bedeutung der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit in Gemeinschaften ist ganz offensichtlich.
Die Gemeinschaftsmitglieder von GEN arbeiten aktiv daran, Vertrauen, Zusammenarbeit und Offenheit zwischen Menschen aufzubauen und sicherzustellen, dass sie sich ermächtigt, gesehen und gehört fühlen. Gemeinschaften vermitteln oft ein Gefühl von Zugehörigkeit durch Beziehungen, gemeinsame Projekte und Ziele, sowie soziale Prozesse, aber sie erwarten nicht, dass alle gleich sind – Zusammenstehen und Stärke durch Vielfalt ist der GEN Bewegung wichtig.

In der sozialen Dimension finden sich Themen wie die Förderung von Vielfalt, zum Aufbau von Gemeinschaften und die Pflege von einschließenden, angepassten und transparenten Entscheidungskulturen. Ziel ist auch die Stärkung von partizipativen Führungsstrukturen, die Sicherstellung von gleichem Zugang zu ganzheitlicher Bildung und Gesundheitsfürsorge sowie die Einübung von Konfliktfähigkeit und neuen Kommunikationsmethoden.

Ganz konkret hat sich der Arbeitskreis Soziales bei seinem Gründungstreffen in 2017 vorgenommen, die Schätze reicher Erfahrung und umfangreicher Methoden und Werkzeuge der Gemeinschaften sichtbarer und wirksamer zu machen – für den Austausch innerhalb des Gemeinschaftsnetzwerkes, sowie für die breite Öffentlichkeit.

Die Unterstützung heilsamer Strukturen im Netzwerk und innerhalb der Gemeinschaften ist einer der aktuellen Schwerpunkte im Arbeitskreis: Welche Prinzipien unterstützen uns bei der bewussten Weiterentwicklung der Gemeinschaftsbewegung? Wie können die Gemeinschaften sich schnell und informell gegenseitig unterstützen, sowohl in Bezug auf Gemeinschaftsbildung und den Aufbau von internen Strukturen, als auch ganz praktisch, etwa bei der Apfelernte? Wie können wir den stetigen Erfahrungsaustausch und gegenseitige langfristige Besuche noch einfacher machen?

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Zusammenleben der Generationen: Wie können wir unser Wissen hinsichtlich der Begleitung von Kindern und Jugendlichen intensiver austauschen? Wie können wir sie stärker in die GEN-Netzwerktreffen einbeziehen? Welche Herausforderungen selbstbestimmten Älterwerdens in Gemeinschaft können wir gemeinsam besser lösen?

Der Arbeitskreis wird sich bei der Gestaltung der künftigen internen Infrastrukturen und auch der Netzwerktreffen mit einbringen, und möchte gezielt all diejenigen stärker vernetzen, die dazu beitragen, dass Erfahrung und Methodenwissen aus dem Gemeinschaftsnetzwerk nach außen getragen werden.

Arbeitskreis Kultur

Die kulturelle Dimension der Nachhaltigkeit steht im Verständnis von GEN für die „Weltsicht“. Ökodörfer streben an, ihre vielfältigen Kulturen zu kreieren, erhalten und zu beleben. Dabei ist uns wichtig, dass sich die Menschen tief miteinander und der Welt verbunden zu fühlen. Wir wollen unterstützen, sich selbst zu ermächtigen und füreinander und die Welt einzustehen. Feiern, Kunst, Tanz und andere Formen des kreativen Ausdrucks sind wesentliche Bestandteile des Gemeinschaftslebens. Die meisten Gemeinschaften entwickeln ihre ureigene Art und Weise, über das Leben – sowie alle Lebewesen und Systeme, die es erhalten – zu sprechen, sich mit ihm zu verbinden, es zu respektieren und zu fördern.

Wichtige Bereiche innerhalb dieser Dimension sind die Verbindung zu einem höheren Sinn im Leben, die Förderung von Achtsamkeit und persönlicher Entwicklung sowie der Respekt vor kulturellen Traditionen, die die menschliche Würde achten. Gelichzeitig gilt es sich zu engagieren für den Schutz von Natur und Gemeinschaft, feiern von Leben und Vielfalt durch die Kunst sowie sich rückzuverbinden mit der Natur und einer ressourcenschonenden Lebensweise.

Idee und Ziel des AK Kultur von GEN D ist es, Ansprechpartner für Kultur in allen bestehenden Gemeinschaftsdörfern zu etablieren, um sich über „Kunst & Kultur in Gemeinschaft“ auszutauschen, neue Aspekte & Impulse zu kreieren, sich zu beraten und zu unterstützen und das Bewusstsein der Kraft künstlerischer Räume zu stärken.