BEN – das Ökodorf-Netzwerk der Ostsee-Anrainer-Staaten

BEN (Baltic Ecovillage Network) ist eine Vereinigung nationaler Ökodorf-Netzwerke sämtlicher Ostsee-Anrainer-Staaten sowie Norwegens. Gemeinsame Ziele sind die Beförderung des Umwelt- und Naturschutzes, die Etablierung von Bildungsangeboten über soziale und technische Nachhaltigkeits-Lösungen, eine intensive Jugendarbeit und ein wachsendes interkulturelles Verständnis zwischen seinen Mitgliedern.

Die Vereinigung hat die Rolle eines makro-regionalen Koordinators für Informationsaustausch, die Ausrichtung gemeinsamer Seminare und Konferenzen, sowie Bildungsaustausch und Fundraising für gemeinsame Projekte seiner Mitglieder übernommen.

In regelmäßigen Arbeitstreffen werden gemeinsame Projekte entwickelt und umgesetzt – häufig unterstützt durch finanzielle Beihilfen der Europäischen Union.

So entstand etwa im Rahmen des Projektes REALS unter Federführung des Permakultur-Netzwerkes Schweden mit Beteiligung von fünf Ostsee-Staaten und unterstützt durch das Swedish Institute eine Studie über die Vorteile der Integration von Nahrungsmittelerzeugung und Biodiversität im Ostseeraum.

Das gemeinsame Projekt SIBREC widmete sich der Erhebung und dem Erfahrungsaustausch über gelungene Beispiele sozialer Inklusion in baltischen Ökodörfern. Unter Beteiligung zweier regionaler Universitäten – der finnischen Universität in Tartu sowie der Universität Vilnius – entwickelten PartnerInnen aus fünf Ostsee-Staaten in mehreren Arbeitstreffen (Riga, St. Petersburg, Stockholm und Vilnius) eine Strategie für erfolgreiches Sozial-Unternehmertum zur Integration benachteiligter Randgruppen und für mehr gesellschaftliche Teilhabe.

Zahlreiche Jugendaustauschprogramme – u.a. auch durch einjährige Aufenthalte im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes – sind ein weiteres Element, durch welches BEN dazu beiträgt, zivilgesellschaftliche Begegnungen und persönliches Kennenlernen jenseits nationaler Grenzen und politischer Ausrichtung zu ermöglichen. In einer Zeit zunehmender politischer Spannungen im Ostsee-Raum ist dies auch ein Stück Friedensarbeit.

So veranstaltete im August 2017 die kleine schwedische Gemeinschaft Suderbyn auf der Insel Gotland ihr erstes „no more war!“ Festival mit ca. 200 TeilnehmerInnen aus vielen Ostsee-Ländern. Die Gemeinschaft, welche in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Truppenübungsgelände liegt, versammelte dort in Seminaren, Foren und Konzerten Menschen aus Russland, den baltischen Republiken, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Polen und Deutschland.