Bei Extinction Rebellion (XR), einer weltweiten Klimaschutzbewegung, die auch in Deutschland bereits mehrmals Aktionen durchführte, hat sich eine Gruppe zur Vernetzung mit Gemeinschaften gegründet. Das Ziel dieser Gruppe ist es, Ideen und Erfahrungen auszutauschen und als Bewegung von und mit den Gemeinschaften zu lernen. Denn auch wenn XR dezentral auftritt und keine klassisch permanente Organisationsstruktur hat, sind die Mitglieder dieser Initiative in unterschiedlichen Kontexten als Gemeinschaft verbunden. Das kann eine kurzfristige Gemeinschaft bei der Blockade einer Kreuzung sein, dass kann aber auch eine Zugehörigkeit und Gemeinschaftsbildung im Rahmen einer Arbeits- oder Ortsgruppe sein.

Sieben Aktivisti der „AG Gemeinschaften“ besuchten Anfang März die Gemeinschaft ZEGG mit der Frage, wie die Erfahrungen aus und in schon bestehenden Gemeinschaften genutzt werden können. In einem intensiven und sehr angeregten Gespräch zwischen ZEGG-Bewohner*innen und den Mitgliedern der Arbeitsgruppe entstanden einige Ideen.

Die Bewegung möchte von und mit den Gemeinschaften lernen. Daher kam der Gedanke auf, sich über sogenannte Brückenköpfe, also einzelne Menschen dort zu vernetzen. Darüber können dann beispielsweise Informationen über freie Plätze bei einem Seminar, das wegen fehlender Teilnehmer*innen nicht stattfinden könnte, an XR weitergeleitet werden, um diese für einen geringeren Beitrag oder ggf. gar kostenlos teilnehmen zu lassen. Erste Kooperationen werden in dieser Art unter anderem beim Sommercamp des ZEGG stattfinden.

XR möchte über Gemeinschaften als Orte gelebter Nachhaltigkeit informieren. Bei den Camps und Blockaden, die die Bewegung organisiert, könnten daher Menschen aus Gemeinschaften beispielsweise Infotalks halten, Gesprächs- und Fragerunden anbieten oder kurze Inputs darüber, wie das Leben in Gemeinschaften sein kann. Die Idee ist, dass an XR-Aktionen teilnehmende Menschen aus Gemeinschaften vor Ort sichtbarer werden, sowohl für die XR-ler*innen selbst, die Passant*innen als auch zwischen den verschiedenen Gruppen.

XR veranstaltet immer wieder dezentrale Aktionen, aber auch sogenannte „Rebellion Weeks“ in den größten Städten Europas. Dabei sind Menschen aus Ökodörfern und Gemeinschaften herzlich eingeladen, für das gemeinsame Ziel dabei zu sein. Sei es als aktive Person oder Gruppe auf den Straßen, als Aktions-Fürsorge-Team, als jemand, die für die Verpflegung zuständig ist oder sogar mit einer Performance die Blockade unterstützt. Zusammen kreieren wir Räume der Möglichkeiten auf den Straßen und Asphaltlandschaften, die wir uns gemeinschaftlich zurückerobern, um mögliche Optionen und Alternativen aufzuzeigen. Es ist eine Chance, einen Kulturwandel hin zu mehr Gemeinschaft statt einer Kultur der Trennung auf die Straße zu bringen.

Wir freuen uns riesig auf Euch und möchten an dieser Stelle Danke sagen. Danke für Eure Arbeit, Eure Forschungsreisen und Euer Commitment, zusammen zu leben und zu lieben und dabei zu forschen, wie dies gemeinschaftlich geht. Während wir den Fokus auf dem äußeren Wandel haben, den wir unter anderem mit Straßenblockaden zu erreichen versuchen, und den inneren Wandel versuchen mitzudenken, sehen wir bei Euch in den Gemeinschaften den Fokus beim inneren Wandel und wissen doch, das viele von Euch auch für den äußeren Wandel eintreten.

Falls Ihr irgendwelche Ideen, Vorstellungen, Initiativen oder Performances habt, die Ihr gerne zeigen oder beisteuern möchtet, meldet Euch gern über diese E-Mail-Adresse: gemeinschaften@extinctionrebellion.de

Außerdem wäre unser Wunsch, ein vernetzendes Zoom-Videokonferenz-Gespräch (als Telefonkonferenz) mit so vielen Gemeinschaftsvertreter*innen wie möglich zu führen. Dazu habt Ihr die Möglichkeit, Euch über diesen Link (https://www.when2meet.com/?8883382-rKRYI) einzutragen, wann es für eine oder zwei Personen aus Eurer Gemeinschaft, die sich von der Vernetzung zwischen ihrer Gemeinschaft und XR angesprochen fühlen, gut zeitlich möglich ist. Der Zeitrahmen soll 1,5-2 Stunden betragen.

Alles Liebe, wir sind hier, für uns alle,

Björn, Hannah, Lukas, Nadine, Nele, Wolf und Jaqueline

Autorin: Jacqueline Fette