Autor: Achim Ecker

Der Klimawandel ist spürbar. Durch Dürren in Brandenburg sinken die Grundwasserspiegel und Ackerkulturen vertrocknen. Viele Landwirtschaften zerbrechen am Wachstumszwang und dem Versuch, mitzuhalten. Zerstörte Böden und Erosion, ausgeräumte Landschaften, Schuldenberge und kaputte Dorfstrukturen sind das Erbe, das sie hinterlassen. Extrem schlechte Sandböden und riesige Agrarwüsten ohne Hecken und Windschutz verschärfen das Problem.

Die ZEGG Gemeinschaft liegt mitten in Brandenburg. Es ist keine grüne Insel, obwohl es sich manchmal so anfühlt. Achim Ecker experimentiert seit 30 Jahren mit verschiedenen Permakulturansätzen, kreierte eine essbare Landschaft im brandenburgischen Sand auf und erforscht viele Methoden des Bodenaufbaus. Seit 2013 nutzt er Terra Preta, die „schwarze Erde“, die wichtige Eigenschaften im Hinblick auf Bodenfruchtbarkeit und Speicherfähigkeit von Kohlenstoff und hohe Nährstoffmengen erfüllt. Im ZEGG hat Achim eine eigene Herstellung von Pflanzenkohle etabliert. Schon vor Jahren begann er, Obstplantagen mit Hochstamm-Äpfel- und Birnensorten anzupflanzen und seit 1996 leitet er ein Modellprojekt zur Aufforstung auf sieben Hektar in Portugal in der Nähe von Tamera (eine Gemeinschaft dort, https://reforest.live/). Es ist sein Beitrag, den sterbenden ZEGG Wald neu mit klimaangepassten Bäumen nachzupflanzen. So entsteht ein „essbarer Wald“ mit neuen Bäumen, die als ein- oder zweijährige Pflanzen größtenteils aus kommerziellen Baumschulen kommen.
Die zunehmende Dürre in der Region ist eine Warnung. Das Modellprojekt Agroforst für das ZEGG auf eineinhalb Hektar ist sein Plan, etwas dagegen zu unternehmen.Da das Gebiet im streng geschützten Naturschutzgebiet ist, gilt es herauszufinden, ob es dort machbar ist.

Warum Agroforst?

Eine Studie von 2005-2008 der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg schreibt über das Potenzial von Agroforst:

Die Konkurrenz der Bäume mit der Feldfrucht zwingt die Bäume dazu, tiefer zu wurzeln, als es ohne eine Feldbearbeitung geschehen würde. [Agroforste] führen zu einer Verbesserung des Wasser- und Nährstoffhaushalts der Böden. Die in tieferen Bodenschichten aufgenommenen Nährstoffe werden für die landwirtschaftlichen Nutzpflanzen durch Blattfall und Wurzelumsatz (der Bäume) verfügbar. Feinwurzeln haben eine Lebensdauer von zwei Wochen bis zu einem Jahr. Es wird vermutet, dass die meisten Bäume durch den Feinwurzelumsatz mehr Nährstoffe an den Boden zurückgeben als durch den jährlichen Laubabwurf.“

Wie ist nun der Plan im ZEGG?

Im ZEGG sollen in einer Kombination von zueinander parallel ausgerichteten Baumreihen und dem Bioanbau von Gemüse- und Ackerkulturen auf den Feldstreifen dazwischen Lebensmittel angebaut werden.
Die Abstände zwischen den Gehölzstreifen werden so gewählt, dass der Kronenschluss durch die Gehölze über den Feldstreifen nahezu möglich ist. Kompatibel mit der Bearbeitungsbreite landwirtschaftlicher Geräte, werden die Abstände etwa 10-15 m betragen. Zur Optimierung des Einstrahlungsangebots für die Ackerkulturen, orientieren sich dabei das Management und die Ausrichtung in der Regel nach der ortsüblichen Sonnenscheindauer und dem Sonnenstandverlauf. Hier bietet sich eine Orientierung von Nord nach Süd an. Regelmäßiges Schneiden der Bäume verhindert zudem eine zu starke Beschattung der Ackerkulturen. Schwerpunktmäßig sollen Esskastanien und Walnüsse zur Fruchtproduktion angepflanzt werden. Wildpfirsiche und Johannisbeeren dienen in den ersten 10-15 Jahren als Zwischenfrucht in den Baumreihen.
In Mitteleuropa könnte man auch Kirsche oder Pecan-Nuss für die Gehölzstreifen nutzen. Als Ackerkulturen kommen die üblicherweise konventionell genutzten Arten wie z. B. Weizen, Roggen, Mais, Kartoffeln, Lupinen, Luzerne oder Bohnen in Frage. Wenn Bewässerung vorhanden ist, können auch Gemüsekulturen angepflanzt werden.